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Katzen und Schnee

Liebe Leserschaft mit Sinn für Stil,

stellen Sie sich vor: Sie öffnen voller Grazie die Terrassentür, die Sonne glitzert verheißungsvoll – und dann das.


Ein weißes, kaltes, nasskristallines Etwas liegt auf meinem Hofstaat. Schnee, so nennt ihr Menschen es.
Ich nenne es: eine Beleidigung für meine Pfoten.

 

 

Zuerst dachte ich, jemand hätte mir Zucker  ausgestreut.

 

Süß, dachte ich.
Dann trat ich raus.
Ein Fehler. Ein kapitaler Fehler.

 

Kaum hatte ich meine zarten, rosigen Zehen in dieses frostige Elend gesetzt, kroch die Kälte in meine Knochen wie ein ungebetener Hausgast auf dem Lieblingskissen.


Es war nass. Es war kalt. Es war... unhöflich.

Ich blickte empört zurück zur Tür – die war, wie immer, nicht schnell genug geöffnet.


(Warum leben wir überhaupt mit Personal, wenn es nicht antizipieren kann, wann ich raus und wieder rein will?


Aber gut. Das ist ein Thema für einen anderen Eintrag.)

Drinnen wieder angekommen, musste ich mich erst einmal umfassend pflegen.
Die königlichen Ballen trockenlegen.
Den Flaum entknoten.
Die Würde auf Hochglanz polieren.

 

Und als ob das nicht reicht: Die Menschen freuen sich über dieses weiße Grauen. Sie machen Fotos. Von mir! Im Schnee!
Unvorteilhaft. Mit fliegendem Fell und Frost im Blick.
Ich wirke auf Schnee wie Champagner in einer Gießkanne.

 

 

Ich sage es euch:
Schnee ist hübsch – aber bitte nur durchs Fenster, mit beheiztem Sitzplatz und einem Napf Lachs in Reichweite.
Denn Stil, meine Lieben, ist nicht kältetolerant. Er ist weich, warm und wohlduftend.

 

In diesem Sinne: Bleibt flauschig, bleibt drinnen – und lasst euch bloß nicht in den Hintern schneien.


Mit hoheitlichem Augenzwinkern,

 

Eure Molly ❄️ – Königin der Kissen, nicht der Kristalle